• Kerry Stieger

Was kosten Creators auf TikTok?



Die Frage, was ein Video eines Creators auf TikTok kostet, hören wir immer häufiger und häufiger. Eine Antwort, die klar richtig oder falsch ist, gibt es nicht. Die Preise auf Instagram haben sich mittlerweile etwas eingependelt. Auf TikTok hingegen sieht noch nicht so aus, als wäre eine Struktur absehbar. Aus diesem Grund gibt dir dieser Beitrag eine Orientierung zu den Kosten. Aber Achtung, wir erhalten wöchentlich unterschiedlichste Gagen, die oft sehr weit auseinander gehen.


Falls du dich für die Gagen auf Instagram interessierst, findest du hier den passenden Blogbeitrag.


Kriterien für die Selektion der richtigen Creators

Bevor jedoch überhaupt über die Gage gesprochen werden kann, müssen für die Kampagne die passenden Influencer:innen gefunden werden, mit denen anschliessend die Gage für die Kampagne verhandelt werden kann. Folgende Kriterien gibt es zu beachten (ähnlich wie bei Instagram).


  • Themen, Lebensstil und Werte des Creators: Müssen mit denen des Unternehmers übereinstimmen

  • Reichweite im Zielmarkt: Viele Schweizer Creator haben auch Fans aus den Nachbarländern

  • Demografische Struktur der Follower: Sollte deiner Zielgruppe möglichst ähnlich sein

  • Gute durchschnittliche Views und Engagement-Rate: Zugleich Indikator für Follower- und Content Qualität

  • Anzahl bestehender Partnerschaften generell sowie mit Mitbewerbern: Je nach Produkt auch ein Ausschlusskriterium

  • Videosprache des Creators entspricht dem Kampagnenstil: z.B. bunt, fröhlich, hochwertig, seriös, etc.

  • Lokale Bekanntheit: Wenn Creators auch in der klassischen PR-Strategie integriert oder bei PR-Events vor Ort sein sollen


Views oder Follower

Fälschlicherweise wird häufig die Followerzahl als wichtigstes Kriterium erachtet. Spätestens der TikTok Algorithmus zeigt jedoch, dass dies in der Praxis nicht so ist.


Es gibt viele kleinere Profile, die im Verhältnis extrem viele Videoaufrufe generieren und umgekehrt. Aus diesem Grund rechnen wir von den letzten zehn Videos die durchschnittlichen Views aus. Davon ausgenommen, sind die Top-Performer, die teilweise oben am Profil fixiert sind. Diese aktuellen Durchschnittswerte geben uns einen Anhaltspunkt für die zu erwartenden Zahlen. Zudem sehen wir uns die Entwicklung des Accounts an. Dies beinhaltet die Regelmässigkeit der Posts, wann der letzte Post veröffentlicht wurde, ob die Zahlen konstant sind oder schwanken und ob die Zahlen tendenziell nach oben oder unten gehen.

Wichtig: TikTok ist extrem schnelllebig. Viele Creator posten täglich neue Beiträge. Die Berechnung muss also immer top aktuell sein, um eine Aussage zuzulassen.


Unsere Berechnung der Kosten für TikTok Creator

Wir haben die Gagen von sämtlichen Kooperationen gegeneinander aufgestellt und daraus eine Formel berechnet. Bitte geniesst diese mit Vorsicht – sie bietet zwar eine Orientierungshilfe, aber wie bereits erwähnt, ist auf TikTok nach wie vor alles möglich 😉 Es ist auf jeden Fall sinnvoll mehrere Offerten von ähnlichen Creators anzufragen und zu vergleichen.


Die Gage ergibt sich aus dem Arbeitsaufwand, dem Tausenderkontaktpreis (TKP oder auch CPM), den Spesen und dem Produktwert.


Für den Arbeitsaufwand gehen wir in der Regel von einem Aufwand von ca. 4 Stunden aus. Dieser beinhaltet das Brainstorming, die Aufnahme und das Bearbeiten des Videos. Wir haben drei Kategorien erstellt, die den Produktionsaufwand unterteilen: von einer einfachen Produktion bis zu einer sehr aufwendigen und hochwertigen Produktion, allenfalls mit einem Kamerateam. Randbemerkung: Es gibt natürlich auch deutlich höhere Produktionsaufwände, bei denen Creators 6 bis 16 Stunden an einer Produktion arbeiten. Wir möchten hier betonen, dass eine aufwendigere Produktion nicht automatisch besser ist. TikTok lebt von selbstgedrehten Videos und diese sind mindestens so gut und authentisch.


Bei dem TKP (Kosten pro 1'000 Kontakte) geht der Spass los - haha. Hier liegen unsere Erfahrungswerte zwischen CHF 2.- und 150.-. Da liegt es auch an euch etwas abzuschätzen, was ihr fair findet und was zu viel ist.

Ist ein Creator beispielsweise auch ausserhalb der Plattform bereits sehr bekannt und für PR-Massnahmen spannend, sind die Kosten meist deutlich höher - und oftmals auch ein Management involviert.

Unsere Auswertung hat ergeben: Der goldene Durchschnitt pro Tausend Videoaufrufe liegt aktuell zwischen CHF 20.00 – 30.00.

Randbemerkung: Wir arbeiten immer mit fixen Gagen. Es kann durchaus sein, dass das Video viral geht und mehr Views generiert oder schlechter performt als der Durchschnitt der letzten Videos. Ein fixes Honorar gibt den Creators aber Sicherheit und den Kund:innen ermöglichen sie ein planbares Budget.


Die Spesen beinhalten die Produkte, die die Creator selbst für das Video kaufen müssen. Ebenfalls sind Anreisekosten, wie zum Beispiel an einen Event, mit den Spesen abgedeckt.


Falls die Creator Produkte für die Kampagne erhalten (z.B. Smartphone, Uhr, Kleidung) können diese der Gage angerechnet werden.

Und jetzt?

Du hast deine Creators gefunden und eine Gage verhandelt, die für beide Seiten passt? Dann empfehlen wir einen Vertrag aufzusetzen, in welchem der Umfang der Zusammenarbeit, die Gage und weitere wichtige Punkte festgehalten sind. Was alles in einen Vertrag gehört, findest du hier.


Goldgräberstimmung auf TikTok

Da sich die Kosten der Creators auf TikTok noch nicht eingependelt haben, wird dies teilweise bewusst, aber auch unbewusst ausgenutzt. Junge Creators, welche noch keine oder wenig Erfahrung haben, bieten entweder Preise weit unter ihrer Qualität und Grösse an, da sie nicht wissen, wie viel das wirklich wert hat. Andere hingegen liegen mit ihren Preisen sehr weit über den durchschnittlichen Kosten.


Jedoch ist nicht nur das fehlende Wissen verantwortlich für die hohen Preise. Es gibt leider auch Managements, welche ihre Talente «ausnutzen». Die Preise werden deutlich höher angesetzt, da die Manager:innen ebenfalls mitverdienen. Zudem werden den Creators sämtliche Produkte zugeteilt – ob diese zu ihnen passen oder nicht. Wenn sie nicht passen, werden einfach deutlich höhere Preise verlangt. Richtig wäre jedoch hier abzusagen, um sowohl den Brand als auch den Creator zu schützen. Creators, welche ihre Plattform mit Werbung zupflastern, schaden sich selbst langfristig. Auch die Creators brauchen eine klare Strategie, wofür sie Werbung machen möchten und wie viel davon. Unter dem Strich rechnet es sich weniger Werbung zu machen, dafür nur sehr passend Kooperationen anzunehmen und dafür leicht höhere Gagen zu verlangen.


Fazit

Auf TikTok herrschen unterschiedlichste Ansichten betreffend Gagen der Creators. Es ist immer am wichtigsten, dass du weisst, was du möchtest. Überprüfe zuerst, ob die Creators, die du dir für die Kampagne vorgestellt hast, überhaupt zu deinem Produkt und deinem Brand passen.


Sobald du deine passenden Creators gefunden hast, kannst du sie kontaktieren. Schreibe ein paar Creators mehr an, als du am Ende für die Kampagne geplant hast. Einerseits werden nicht alle Zeit oder Interesse haben, andererseits erhältst du ein besseres Bild von den Gagen und kannst diese untereinander vergleichen. Ebenfalls kannst du unsere Formel anwenden, um zu schauen ob sich der Preis in unseren Erfahrungswerten widerspiegelt oder nicht. Sei dir aber bereits vor der Anfrage bewusst, dass du wahrscheinlich viele unterschiedliche Preise erhalten wirst – lass dich dadurch nicht verunsichern. TikTok wächst stetig und kann, wenn richtig eingesetzt, eine Bereicherung für deine Kampagne sein. Auch auf Instagram waren die Preise zu Beginn etwas wild. Nach einigen Jahren hat sich jedoch eine klare Preisstruktur abgezeichnet. Dies ist in Zukunft auch für TikTok zu erwarten.


Brauchst du hilfe? Gerne zeigen wir dir Referenzprojekte aus verschiedenen Branchen und helfen dir bei deiner Kampagne. Neben der Leitung der gesamten Kampagne unterstützen wir dich auf Wunsch auch punktuell. Sei das bei der qualitativen Überprüfung bestehender Influencer:innen, der Einschätzung und Verhandlung bei Influencer-Gagen, dem Erstellen von spezifischen Verträgen (Bildrechte, Nutzungsrechte, Versicherungen, Exklusivität, Sperrfristen, etc.) sowie bei der Auswahl der Influencer:innen selbst.